(Trend)Konzept „Fast Casual“

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Was ist Fast Casual?

Das Konzept Fast Food wie es Marktführer McDonalds und Burger King bereits Jahre in Deutschland praktizieren ist hinlänglich bekannt.

Neu ist jedoch das Bedürfnis oder zumindest ein suggeriertes Bedürfnisse vieler Menschen nach mehr Qualität, Regionalität aber zugleich geringem Preis und schneller Zubereitungszeit. Seit vielen Jahren bemühen sich (hochklassige) Restaurants mit Dumpingpreisen zur Mittagszeit um Gunst des Kunden.

Fast Casual schließt eine Lücke zwischen schnell und billig, bei gleichzeitiger Inkaufnahme vermeintlich schlechterer Qualität und dem klassischen Restaurant mit Service am Tisch.

Der Begriff Fast Casual lässt sich wie folgt definieren: Ein Fast Casual Restaurant bietet keinen klassischen Tischservice eines Restaurants , verspricht jedoch höhere Qualität beim Essen und ein gehobeneres Interieur als ein Fast Food Restaurant. Ebenfalls in der Systemgastronomie einzuordnen. Weitere Eigenschaften sind:

• Durchschnittlicher Preis pro Essen 5-10 €
• Auf Bestellung direkt vor dem Kunden frisch zubereitet
• Zubereitungszeit max. 30 Minuten
• Nach amerikanischer Definition in den meisten Fällen ohne Drive-Thru

Welche Vorteile bietet es für den Kunden?

„Die perfekte Weiterentwicklung in unserer iPhone-Gesellschaft“, so wird ein ehemaliger McDonalds Vorstand zu den Visionen des eigenen Fast Casual Restaurants „Holyfields“ zitiert. Hier schreitet die Entwicklung der Technik konsequent voran, so dass das eigene Essen per Touchscreen über ein Pad bestellt wird.
Inwiefern das ein Kundennutzen ist, lässt sich kontrovers diskutieren, eine zunehmende Technisierung wird hingegen mehr und mehr Standard werden.

Bei rückläufigen Ausgaben für Außerhaus-Essen sind durchschnittliche Preise von 5 bis 11 Euro durchaus attraktiv, ebenso lässt die meist hochwertige und zeitgemäße Innenausstattung (in Teilen auch trendsetzend) schnell die Assoziation mit einem Imbiss oder Fast Food Restaurant verblassen.

In der Folge werden mehrere Bedürfnisse des Gastes nach Qualität der Speisen, Arrangement der Lokalität oder auch gewisser Exklusivität immer in Bezug auf Preisbewusstsein und Schnelligkeit mit einem Besuch befriedigt.8504-org

Wachstumsmöglichkeiten? Chancen im Markt?

Bei Betrachtung der Systemgastronomie als Ganzes mit einem Umsatz von 8,7 Milliarden Euro in 2011 wird die Tiefe des Marktes deutlich, sicher ist Fast Casual als Konzept nur ein Teil der Systemgastronomie , doch auch hier gibt es beachtliche Potenziale.
Deutschlandweit gib es viele neue Konzepte nach dem Vorbild des Fast Casual, beispielsweise die aus Frankfurt stammende japanische Nudelbar „Mosch Mosch“. Gestartet mit 50.000 Startkapital nennt sie heute 10 Filialen in mehreren Städten und einen Umsatz von 9 Millionen ihr Eigen.
Dieses Beispiel hat selbstverständlich keinen Anspruch auf marktdeckende Gültigkeit, sondern steht exemplarisch für die Chancen dieses Marktes.

Die großen Vorteile des Fast Casuals sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht primär standardisierbare Abläufe des gesamten Betriebsablaufes. Neuste Technik bei Bestellung und Bezahlung optimieren diese Prozesse.
Dieses Wachstum wird jedoch nur unter der bereits beschriebenen Beachtung von Kundenwünschen Bestand haben. Zumindest scheinbar.

Vapiano als ein erfolgreiches Fast Casual Konzept

Gestartet in Hamburg im Oktober 2002 und einem Jahresumsatz von ca. 180.000 Euro entwickelt sich Vapiano binnen 10 Jahren zu einem internationalen Unternehmen in 23 Länderrn mit über 100 Filialen und knapp 200 Millionen Euro Umsatz in 2010.

Vapiano gilt Paradebeispiel des Fast Casual Prinzips und nimmt vor allem in Deutschland eine Vorreiterrolle ein.

Ein ausgefeiltes Konzept aus italienischen Speisen von Antipasti bis Pizza über die Innenausstattung mit Kräutergarten und eigener Pastamanufaktur überlässt nichts dem Zufall.

Bis jetzt kennt das Wachstum keine Grenzen, ab wann eine Stagnation einsetzt wird sich zeigen.

Ausblick

Dieser Artikel stellte das Konzept des Fast Casual vor, in einem nächsten Schritt sollen die Beweggründe für einen Besuch in Restaurant wie Vapiano genauer beleuchtet werden.
Warum ist es  attraktiv dort Zeit zu verbringen, ist es das Essen, die Ausstattung? Will der Gast einfach nur satt werden?

Autor: Aike Fiedler

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2 Kommentare zu “(Trend)Konzept „Fast Casual“

  1. Berry Straw 3. Januar 2013 um 20:27 Reply

    Ein vielleicht für Euch interessantes Projekt, welches dem „Fast Casual“ zuzuordnen sein müsste, ist gleich neben dem Vapiano am Potsdamer Platz entstanden – http://www.coa.as/ – uns würde interessieren, inwieweit es dem Begriff zuzuordnen ist, da Ihr von „keinem klassischen Tischservice“ sprecht – es solchen aber dort gibt.

    2 Abschnitt – 1 Absatz – „wird hingehen“ – eventuell ein Tippfehler: hinge(g)en
    3 Abschnitt – letzter Satz: „Bestand habe“ – fehlt eventuell ein „n“

    Wir freuen uns, dass Ihr unserem Vorschlag einer Zusammenarbeit positiv gegenüber steht

    Viele liebe Grüße
    Team foodcrossing.org

  2. mtuerksch 20. Januar 2013 um 13:42 Reply

    zu (Trend)Konzept „Fast Casual“

    Trotz ,,mehr Qualität, Regionalität aber zugleich geringerer Preis und schnellere Zubereitungszeit“, stehe ich dem Konzept etwas kritisch gegenüber. Da die Technisierung, zum Beispiel das Essen per Touchscreen über ein Pad zu bestellen, in meinen Augen das Zwischenmenschliche unter den Teppich kehrt. Natürlich geht es schneller, spart Personal und und und… Aber geht man denn nicht in ein Restaurant, gerade auch wegen des guten Services? Natürlich, wenn man auf so etwas Wert legt, muss man ja nicht unbedingt zu Vapiano gehen, aber dennoch ist doch zu befürchten, dass die Technisierung im Laufe der Zeit Überhand gewinnt. Ich hoffe nur, der Mensch vergisst nicht seine Wurzeln und seine Kultur, denn nicht alles muss modern sein und schnell gehen!

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