Schnelles Essen – Lieferheld, Pizza.de und Co. in der Kurz-Analyse

online_orderWer kennt das nicht? Man kommt nach der Arbeit oder der Uni nach Hause, hat keine Lust auf nichts und schon gar nicht aufs kochen!
Da ist der/die Pizza, Pasta, Wrap, Auflauf, Burger… eigentlich alles, schnell bestellt.
Früher sammelte man die Speisekarten-Flyer der Lieblings-Restaurants um die Telefonnummer nicht zu vergessen oder zu verlieren. Heute ist alles einfacher.
Egal ob über den PC, Laptop oder das Smartphone, Essen zu bestellen war noch nie so einfach und schnell.

Quelle: shutterstock.com

Dieser Beitrag soll die Lieferdienste und die Online-Vermittler von einer „nicht-Kunden-Perspektive“ beleuchten und zeigen, was dahinter steckt und was eventuell noch kommt.

Zum Einstieg eine (für mich überraschende) Statistik:

174405_nutzungshaeufigkeit-von-bestellservices

Quelle. Statista.de / Typologie der Wünsche

Diese Statistik hat mich doch sehr überrascht, dann ist mir jedoch aufgefallen, dass sie zwischen 2007 und 2008/09 erhoben wurde. Ich würde behaupten, dass diese Umfrage heute etwas anders aussehen würde.

Warum?

Die sog. Online-Vermittler, Smartphones, Tablets und dazu passende mobile Angebot dürften die Anzahl und die Häufigkeit von Online-Bestellungen erhöht haben.

Was sind Online-Vermittler und wie funktioniert dieses Geschäftsmodell?

Ein Online-Vermittler vermittelt ein Angebot zwischen dem Endkunden und dem „Hersteller“/Produzent.
Der Vermittler stellt in der Regel „nur“ die technische Komponenten (z. B. Online-Shops, Webseite, Online-Zahlung etc.) zur Verfügung um das Angebot des Produzenten so attraktiv wie möglich zu gestalten. Der Vermittler erhält in der Regel eine Provision pro Bestellung zwischen 8 % und 10 % des Bestellwerts.[Quelle: LINK] Inzwischen hat Lieferheld als erster Anbieter zusätzlich die sog. „UMTS-Express-Bestellbox“ [Quelle: LINK] gelauncht. Dabei werden die Online-Bestellungen direkt an die Box im Restaurant übertragen und vom Gastronomen „bearbeitet“. Zum Start wird die Box für 99 Euro angeboten, später soll sie 300 Euro kosten (kostendeckend) oder vermietet / geleast werden.
Wäre ich ein Gastronom, würde ich mir nur ungern eine extra Box bzw. ein zusätzliches System anschaffen wollen, aber ich bin ja keiner 😉

Wettbewerber und Marktstruktur

Der Markt für die Online-Vermittlung wird von wenigen bekannten Wettbewerbern dominiert. Dazu gehören z. B. Pizza.de, Lieferheld, Lieferando und Lieferservice.de.
Vor allem spielt das Kapital der einzelnen Plattformen eine wichtige Rolle um das Überleben sichern zu können. Laut eigenen Angaben gibt Pizza.de allein für das Marketing 1,6 Mio. Euro im Monat aus
[Quelle: LINK], kleinere Plattformen können da nicht mithalten.

Der deutsche Markt wird von den jeweiligen Geschäftsführern unterschiedlich beschrieben. Jochen Grote (CEO, Pizza.de) sieht den Markt bereits in der Sättigungsphase, d.h. viel ist nicht mehr „zu holen“. Andere Plattformen meinen noch Potenzial nach oben (bis zu über 4 Mrd. Euro)  zu erkennen.

Neben dem nationalen Markt sind auch andere Europäische Länder für die genannten Anbieter interessant. Jitse Groen ist Geschäftsführer von Lieferservice.de und weiteren Online-Vermittler-Plattformen die allesamt zur Muttergesellschaft Takeaway.com gehören. [Quelle: LINK]

Wie sich der Markt tatsächlich entwickelt bleibt abzuwarten. Fakt ist, es gibt einen Markt und um den lohnt es sich zu kämpfen, teilweise mit unfairen Mitteln wie z. B. dem vorgeworfenen Diebstahl von Daten für Speisekarten [Quelle: LINK]. Wer am Ende den Markt dominiert und ob es überhaupt nur die eine Plattform geben kann/wird entscheidet letztendlich das Kapital und der Kundenstamm.
Aus meiner Sicht ist diese „Branche“ sehr offen für Skandale (Ausbeutung der Restaurants/Gastronomen o.ä.) und andere negative Schlagzeilen, welche den Kunden schnell zu einer „renommierteren“ Plattform wechseln lassen könnten.

Die Frage die sich mir dabei stellt ist, wer davon am Ende des Tages wirklich profitiert? Die überhöhten Marketingkosten lassen den Gewinn für die Gastronomen schmelzen, was ein Überleben von kleineren Betrieben unnötig erschwert. Auf der anderen Seite haben gerade kleine Betriebe durch bekannte Online-Plattform die Möglichkeit, Kunden zu generieren und durch die Qualität des Essens zu überzeugen. Traurig dabei ist jedoch, dass für die „klassischen Werte“ wie Atmosphäre, Service-Personal und Gastfreundschaft kein Platz beim Kampf um die Kunden mehr bleibt. Essen „gehen“ wird zu einer Massen-Abfertigung, am Ende leidet unter Umständen die Qualität und dann ist auch der Kunde nicht zufrieden.

Autor: Alexander Niemeier

Quellen (der Reihenfolge nach):

1: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.essen-per-internet-milliardenspiel-oder-millionengrab.e712feba-cb04-447a-b9da-7412a1030676.html

2: http://www.gruenderszene.de/news/lieferheld-box

3: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.essen-per-internet-milliardenspiel-oder-millionengrab.e712feba-cb04-447a-b9da-7412a1030676.html

4: http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/riesengeschaeft-internet-pizza-2349322.html

5: http://www.deutsche-startups.de/2011/01/19/alles-nur-geklaut-der-harte-wettkampf-der-lieferdienste/

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